Gründungsdatum:
12. November 1971
Lage:
Der
Arches
National Park
liegt im wüstenhaften, vom Colorado River durchflossenen Südosten von Utah
5 Meilen nördlich von Moab. Den Parkeingang erreicht man über
den Highway 191 am Grunde des Moab Canyon.
Allgemeine
Beschreibung:
Im
sanften Licht eines glühenden Sonnenaufgangs wie im grellen Glanz
des Sonnenuntergangs erwecken die dramatischen Formationen der
Arches (Bögen) ein Gefühl des Unmöglichen und Zauberhaften.
("Arches
- Die fortdauernde Geschichte" von Diane Allen und Larry
Frederick)
Der
Arches National Park weist die höchste Konzentration von
Natursteinbögen der Welt auf. Weit über 1000, zum Teil gigantische
Sandsteinbögen, pilzförmige Felsgebilde, hohe Sandsteinwände,
spitze Felsnadeln, Zinnen und Kuppeln haben diesem
Nationalpark zu Weltruhm verholfen. Die meisten Felsbildungen sind
aus weichem, rotem Sandstein, der vor 150 Millionen Jahren in einer
weiten Wüste abgelagert wurden. Entstanden sind diese bizarren
Gesteinsformationen durch das Wirken von Wind und Wetter.
Reisebeschreibung:
02.08.1995
Gleich
nach dem Visitor Center steigt der Arches Scenic Drive
vom Grunde des Moab Canyon schnell
bergan. Bis zum ersten Parkplatz wurde bereits ein Höhenunterschied
von etwa 275 m überwunden. Von hier genoss man einen schönen
Blick hinunter auf den Moab Canyon. Nächster Halt war der
Park Avenue Viewpoint unmittelbar vor hochaufgetürmten Sandsteinklippen.
Es folgten der La Sal Mountains View Point (Aussicht auf die
fast 4000 m hohen La Sal Mountains), die Courthouse
Towers
(Gerichtstürme) mit The Three Gossips (die drei
Klatschbasen) und Tower of Babel (Turm zu Babel). Danach
führte die Straße an den Petrified Dunes (zu Stein
gewordene Sanddünen) vorbei.
Der
erste große Höhepunkt war der etwa 40 m hohe Balanced Rock (Balancierter
Felsen), der der Schwerkraft zu trotzen schien. Da
sich an dieser Stelle die Straße verzweigte (eine Stichstraße
führte zur Windows Section), musste ich mich hier nun
entscheiden, welche Gebiete des Parks ich besuchen wollte. Ich fuhr
weiter zum Panorama Point und vorbei am Fiery Furnace (Feuriger
Ofen), ein Labyrinth schmaler Durchgänge und Passagen durch
Sandsteinklippen, die nur mit den Park Ranger besucht werden können,
da man sich in diesem Labyrinth zu leicht verirren kann. Vorbei am Skyline
Arch (Horizontbogen) kommt man zum Straßenende, mit großem
Park- und Campingplatz, ca. 30 km vom Parkeingang entfernt.
Am Parkplatz
beginnt die Devils Garden Area (der Garten des Teufels); von
hier geht es nur noch zu Fuß weiter.

Entlang des Devils Garden Trail
lag
mein
Ziel, der Landscape Arch (Landschaftsbogen), ca.1,3 km vom Parkplatz entfernt.
So machte ich mich nun auf den Weg durch den "Teufelsgarten".
Der Landscape Arch ist mit 92 m Weite und 32 m Höhe einer
der längsten natürlichen Steinbögen der Welt. Leider lag der
Bogen im Gegenlicht. Im Jahre 1991 löste sich ein großes
Felsstück vom Bogen, deshalb war der Weg zum Arch leider
gesperrt. Da ich kein Wasser mitnahm, hatte ich zurück
am Parkplatz einen Mordsdurst. Deshalb die Empfehlung, bei einer
Wanderung auf dem Colorado Plateau, und sei sie noch so kurz, immer
genügend Wasser mitzunehmen. Im Sommer können im Arches
National Park Temperaturen von über 35° erreicht werden.
Nun
stand der Höhepunkte des Nationalparks allmählich bevor. Da es auf
17 Uhr zuging, beschloss ich, die absolute Hauptattraktion des
Parks, den Delicate Arch, ,in Angriff zu nehmen’. Es
empfiehlt sich, die Tour am Spätnachmittag zu unternehmen, da sie
bei der größten Mittagshitze zu einer Strapaze werden kann. Auch
ist das Licht gegen Abend am intensivsten.
Zunächst
musste ich vom Parkplatz wieder rund 12 Kilometer zurückfahren bis
zu der Abzweigung zur Wolfe Cabin, einer Holzhütte, bei der
sich der Parkplatz befand. Hier beginnt der ca. 2,5 km lange Fußweg,
der einen Höhenunterschied von 150 m überwindet. Und diesmal nahm ich genügend Trinkwasser mit, denn ohne Wasser ist
die Tour nicht zu bewältigen, wie ich bald feststellen sollte. Zunächst
führte der Weg an der Wolfe
Cabin, dem Rest einer ehemaligen Ranch, vorbei. Nach der Überquerung
einer kleinen Hängebrücke stieg der Trail allmählich steiler an.
Über eine schräg geneigte Felsplatte (slickrock) begann der eigentliche
Aufstieg; der "Weg" war nur noch mittels Steinmännchen
markiert. Immer neue Biegungen. Und immer wieder der Griff nach der
Wasserflasche. Können 2½ km so lang sein? Plötzlich schien der
Weg zu Ende zu sein, doch auf einem schmalen Felsenband ging's
hochalpin weiter, rechts senkrecht aufragende Felsen, links der
Abgrund. Noch eine Biegung - und plötzlich ohne Ubergang öffnet
sich der Blick auf den schönsten aller "Arches" über einer trichterartig
ausgewaschenen Felsfläche – den Delicate Arch (Zierlicher
Bogen)
vor dem Hintergrund der Manti La Sal
Mountains.
Was
den Delicate Arch auszeichnet ist seine Form, die einem
wuchtigen Tor gleicht, und dem Umstand, dass er völlig frei auf
einem 1500 m hohen Schrägplateau steht. Er ist nicht der größte,
aber mit 10 m Weite und 14 m Höhe der spektakulärste Bogen im Arches
National Park - "ein fotografischer Leckerbissen". Mit dem Auto ist der Bogen
nicht zu erreichen, man muss sich seinen Anblick, wie zuvor beschrieben, mit
einigem Schweiß erwandern. Doch
jetzt war alle Mühe vergessen; der Aufstieg hatte sich gelohnt. Zunächst
fotografierte ich den Bogen von allen Seiten. Schließlich setzte
ich mich noch eine Viertelstunde hin und genoss bei Abendsonne den
grandiosen Anblick in Ruhe. Mit dem Aufstieg zum Delicate Arch
hatte sich ein Traum erfüllt. Beim Abstieg zum Parkplatz kamen bei
nachlassender Hitze noch viele Leute entgegen, die sicherlich den
berühmten Sonnenuntergang genießen wollten.
Bei
der Rückfahrt aus dem Park gab es nochmals durch die nun
tiefstehende Sonne phantastische Licht-Schatten-Kontraste
zu bewundern. Ohne Zweifel, der Arches National Park
gehört zu den schönsten Nationalparks der USA. Und ich träume
davon, vielleicht eines Tages auch noch die spektakuläre Windows
Section kennenzulernen.
